Warum du zum Kochen immer kaltes Wasser nehmen solltest
Es ist ein verlockender Gedanke: Wenn man Nudeln kochen oder einen Tee aufgießen möchte, dreht man einfach direkt den Heißwasserhahn auf. Schließlich spart das Zeit auf dem Herd, oder? Auch wenn es logisch klingt, raten Experten und Profiköche gleichermaßen davon ab. Hier sind die wichtigsten Gründe, warum am Anfang immer kaltes Wasser in den Topf gehört.
1. Gesundheit und Wasserqualität
Das ist der wohl wichtigste Grund. Warmes Wasser aus der Leitung steht oft länger in Boilern, Durchlauferhitzern oder den Hausleitungen. Da warmes Wasser deutlich reaktionsfreudiger ist als kaltes Wasser, kann es Schwermetalle wie Blei oder Kupfer aus alten Rohren lösen. Zudem bietet lauwarmes Wasser einen besseren Nährboden für Bakterien. Wer kaltes Wasser nimmt und es kurz ablaufen lässt, bis es spürbar kühl aus dem Hahn kommt, geht gesundheitlich auf Nummer sicher.
2. Der Geschmack von Kaffee und Tee
Kaltes, frisch gezapftes Wasser enthält mehr gelösten Sauerstoff als Wasser, das bereits in der Leitung erwärmt wurde. Dieser Sauerstoff ist entscheidend für die Aromaentfaltung. Ein Kaffee oder Tee, der mit frisch aufgekochtem, kaltem Wasser zubereitet wird, schmeckt spürbar vollmundiger und frischer.
3. Die richtige Kochtechnik (Kartoffeln & Brühe)
Auch aus rein kulinarischer Sicht spielt die Temperatur beim Aufsetzen eine große Rolle. Möchtest du eine klare Fleisch- oder Gemüsebrühe kochen? Dann setze die Zutaten immer in kaltem Wasser auf. So können die Proteine und Aromen langsam extrahieren, und die Brühe wird nicht trüb. Gleiches gilt für Kartoffeln: Wirft man sie direkt in kochendes Wasser, garen sie außen extrem schnell und zerfallen, während sie innen noch roh sind. Im kalten Wasser aufgesetzt, garen sie sanft und gleichmäßig durch.